Baugeschichte & Denkmalschutz

Geschichte des Blumenhauses

Das Märkische Mittelflurhaus — ein baugeschichtliches Juwel in der Ofenstadt Velten.

Denkmalgeschütztes Märkisches Mittelflurhaus in Velten — Breite Straße 30

Das denkmalgeschützte Blumenhaus in der Breiten Straße 30 — ein typisches Märkisches Mittelflurhaus

Das Märkische Mittelflurhaus

Bei dem Blumenhaus handelt es sich um ein Märkisches Mittelflurhaus — auch Märkisches Dielenhaus genannt — den typischen ländlichen Bautyp der Mark Brandenburg vom 15. bis zum 19. Jahrhundert. Entwickelt aus dem niedersächsischen Hallenhaus, prägte dieser Haustyp das Erscheinungsbild brandenburgischer Dörfer über Jahrhunderte.

Das Gebäude ist giebelständig zur Breiten Straße ausgerichtet. Das bedeutet: Der Giebel zeigt zur Straße, nicht die Traufseite. Dies war typisch für die beengten Dorfstrukturen der Mark, wo jeder Hof nur eine schmale Straßenfront besaß.

Der Name "Mittelflurhaus" leitet sich vom zentralen Flur ab, der das Gebäude längs durchzieht. Ursprünglich führte dieser von der Eingangstür im Giebel durch das gesamte Haus: Vorne die Stube — Wohn- und Arbeitsraum in einem — in der Mitte die Schwarze Küche mit offener Feuerstelle, und hinten Wirtschaftsräume und ein Stall. Diese Dreiteilung aus Wohnen, Kochen und Arbeiten unter einem Dach war charakteristisch.

Baumaterialien und Entwicklung

Die ursprüngliche Bauweise bestand aus Lehmstaken — einem Holz-Ständerwerk, dessen Gefache mit einem Geflecht aus Weidenruten (Staken) und Lehmbewurf ausgefüllt wurden. Das Dach war mit Reet oder Stroh gedeckt. Erst um 1800 setzten sich gebrannte Ziegel als Baumaterial durch — sowohl für die Wände als auch als Dachdeckung. Viele dieser Übergangsbauten zeigen noch heute beide Bauphasen: Fachwerk mit Lehmgefachen und spätere Ziegelausfachungen.

Mit der Separation der Landwirtschaft um 1800 verschwanden Stall und Scheune aus dem Wohnhaus und wurden als separate Gebäude auf dem Hof errichtet. Das Haus wurde zum reinen Wohnhaus — eine Entwicklung, die das Blumenhaus mitgemacht hat.

Das noch sichtbare Ständerwerk und die originale Holztreppe im Inneren zeugen von der handwerklichen Qualität des 19. Jahrhunderts. Jeder Balken, jeder Holznagel erzählt eine Geschichte.

Denkmalschutz

Das Blumenhaus steht unter Denkmalschutz — als eines der wenigen erhaltenen Märkischen Mittelflurhäuser im Raum Velten. Der Denkmalschutz bedeutet nicht nur Auflagen, sondern vor allem Wertschätzung und Bewahrung eines baugeschichtlichen Dokuments.

Geschützt sind neben dem äußeren Erscheinungsbild (giebelständige Ausrichtung, Proportionen, Dachform) auch originale Details im Inneren: das Ständerwerk, die Holztreppe, historische Türzargen und Beschläge. Jede Renovierung erfolgt in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und unter Verwendung historisch angemessener Materialien und Techniken.

Für unsere Gäste bedeutet der Denkmalschutz: Sie übernachten in einem echten, unverfälschten Stück brandenburgischer Baugeschichte — nicht in einem Neubau mit Fachwerk-Optik, sondern in einem Gebäude, das seit über 150 Jahren steht und atmet.

Ihre Gastgeberin

GS

Gabriele Schellenberger

Gabriele Schellenberger ist die Seele des Blumenhauses. Mit ihrer herzlichen, unaufdringlichen Art hat sie das denkmalgeschützte Gebäude zu dem gemacht, was es heute ist: ein Ort, an dem sich Gäste vom ersten Moment an willkommen und zuhause fühlen.

In den Bewertungen wird immer wieder ihre außergewöhnliche Gastfreundschaft hervorgehoben — die kostenlosen Kaltgetränke bei Anreise, der frische Kaffee, die hilfsbereiten Tipps für Ausflüge. Sie lebt im Blumenhaus und ist jederzeit ansprechbar, respektiert aber auch die Privatsphäre ihrer Gäste.

"Mir geht es darum, dass meine Gäste eine gute Zeit haben und wiederkommen", sagt sie. Und die 9,2/10 auf Booking.com bei 41 Bewertungen zeigen: Das gelingt ihr.

Velten — die Ofenstadt

Velten, 1350 erstmals urkundlich erwähnt, war jahrhundertelang ein beschauliches Bauerndorf — bis zur industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. 1835 eröffnete die erste Kachelofenfabrik, und innerhalb weniger Jahrzehnte wurde Velten zur Welthauptstadt des Kachelofenbaus: 42 Fabriken, über 2.000 Beschäftigte, 100.000 Öfen jährlich.

Die berühmte Veltener Kachel — mit ihrer charakteristischen weißen Emailleglasur — wurde zum Exportschlager. Von New York bis Stockholm standen Kachelöfen aus Velten. 162 Schornsteine prägten einst die Silhouette der Stadt, die sich stolz "Ofenstadt" nannte — ein Titel, der ihr 2015 offiziell verliehen wurde.

Heute erinnern das Ofen- und Keramikmuseum, die Töppertour mit 25 Informationsstelen und das Hedwig-Bollhagen-Museum an diese faszinierende Industriegeschichte. Alle drei sind vom Blumenhaus aus in wenigen Gehminuten erreichbar.

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